Plextor M9PeG NVMe-SSD mit 1 TB im Test


Erschienen: 11.11.2018, Autor: Patrick von Brunn, Stefan Boller
Plextor M9PeG mit 1 TB
Die Verpackung der M9Pe-SSD ist dunkel gehalten.

Die Verpackung der M9Pe-SSD ist dunkel gehalten.

Die M9Pe-Serie von Plextor basiert auf einem Marvell 88SS1093 NVMe Controller, den wir bereits von anderen SSDs zahlreicher Mitbewerber kennen. Der Marvell-Chip bietet acht Kanäle und unterstützt u.a. den 3D-TLC-NAND BiCS3 von Toshiba, der als 3D-NAND mit 64 Lagen kommt. Den DEVSLP-Stromsparmodus oder Verschlüsselungs-Algorithmen suchen wir leider vergeblich in den Spezifikationen der Drives.

TLC-Speicher erreicht naturgemäß nicht die Leistungsdaten von MLC oder gar SLC, weshalb die Hersteller entsprechende Techniken einsetzen, um die Performance auf ein vergleichbares Niveau anzuheben. Daher wird ein Pseudo-SLC-Cache verwendet, um die Geschwindigkeit von TLC-NAND zu erhöhen. Dabei wird ein Teil der TLC-Speicherzellen im SLC-Modus (1 statt 3 Bit) betrieben und damit als schneller Zwischenspeicher verwendet. Dadurch wird eine hohe Spitzenperformance bei Bursts erreicht, längere Schreibvorgänge lassen die Performance dann aber einbrechen, da der Zwischenspeicher zunächst zurückgeschrieben werden muss, was sonst in Zeiträumen ohne Schreiblast geschieht. Die Größe richtet sich dabei für gewöhnlich nach der Gesamtgröße des Drives. Plextor nennt diese Technik bei seinen Drives „PlexNitro“ und spendiert jeweils rund 1,5% der Gesamtkapazität als schnellen Cache. D.h. bei unserem 1-TB-Testmuster sind es rund 15 GB. Flankiert wird der Marvell-Controller von einem Gigabyte LPDDR3-Cache.

Die M9PeG mit schwarzem Kühlkörper macht auch optisch einen guten und hochwertigen Eindruck.

Die M9PeG mit schwarzem Kühlkörper macht auch optisch einen guten und hochwertigen Eindruck.

Das 1-TB-Modell setzt auf vier Chips vom Typ TH58TFT1T23BAEF, die gleichmäßig auf die Ober- und Unterseite des PCBs verteilt sind. Bei den NAND-Packages handelt es sich, wie bereits erwähnt, um Toshiba 3D-TLC-NAND mit 64 gestapelten Lagen (BiCS3). Bezüglich der Zuverlässigkeit spezifiziert der Hersteller für unser Testexemplar bis zu 640 TBW (Terabytes Written), was umgerechnet rund satte 350 GB/Tag bei einer Garantiezeit von fünf Jahren entspricht. Dieser Wert skaliert allerdings abhängig vom Gesamtvolumen der SSD (siehe Tabelle auf Seite 3). Zum Vergleich: Die M8Pe auf 2D-MLC-Basis konnte bei einer Kapazität von ebenfalls 1 TB bis zu 786 TBW bieten.

TRIM gehört ebenso zum Repertoire der M9Pe-Familie. Der TRIM-Befehl ermöglicht es einem Betriebssystem der SSD mitzuteilen, dass gelöschte oder anderweitig freigewordene Blöcke nicht mehr benutzt werden. Im Normalfall vermerkt das Betriebssystem in den Verwaltungsstrukturen des Dateisystems, dass die entsprechenden Bereiche wieder für neue Daten zur Verfügung stehen; der Controller des Solid-State-Laufwerks erhält diese Informationen in der Regel jedoch nicht. Durch den ATA-Befehl TRIM wird dem Laufwerk beim Löschen von Dateien mitgeteilt, dass es die davon betroffenen Blöcke als ungültig markieren kann, anstelle deren Daten weiter vorzuhalten. Die Inhalte werden nicht mehr weiter mitgeschrieben, wodurch die Schreibzugriffe auf das Laufwerk beschleunigt und zudem die Abnutzungseffekte verringert werden.

Plextor spendiert seinen SSDs natürlich auch ein passendes Tool zur Diagnose, Wartung und Aktualisierung der Firmware. Mithilfe der Plextools hat man alle wichtigen Informationen zum Drive stets im Überblick.


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