ARTIKEL/TESTS / Razer Opus X Wireless ANC Headset im Test
19.11. 07:00 Uhr    0 Kommentare
Praxiseindruck

Wie so beinahe alles, hat auch Razer Opus X seine Vor- und Nachteile. Es ist ein ohrumschließendes, geschlossenes Headset. Es selbst wirkt auf den ersten Blick sehr robust. Es ist modern schlicht und in unser Farbvariante weiß mit grauen Ohrpolstern gehalten (auch erhältlich in Grün und Quartz). Das Headset ist überwiegend aus Kunststoff gefertigt und auf dem Kopfbügel prangt dezent ein Razer-Schriftzug. Die gerasterte Größenverstellung und die dreh- und schwenkbaren Hörschalen machen ein Anpassen auf verschiedene Kopfformen sehr gut möglich. Wenn der Kopf allerdings zu klein ausfällt, sitzt das Headset nicht mehr optimal – so bei einem der Träger im Test vorgekommen. Die Ohrschalen sind wie so oft mit Kunstleder überzogen – hoffentlich hat Razer sich hier für eine äußerst langlebige Variante entschieden, da diese ja gerne nach einiger Zeit zu bröckeln beginnen. Natürlicherweise ist der Überzug auch nicht atmungsaktiv und es staut sich Wärme und Feuchtigkeit. Mit 270 Gramm Masse ist das Headset aber nicht unangenehm schwer, der Anpressdruck auch angenehm, und so auch für längere Spiele-Sessions auf der LAN-Party oder im heimischen Wohnzimmer geeignet. Bei einer Akkulaufzeit von 30 (mit ANC) bis 40 Stunden sollte dies ausreichend bis zu einer benötigten Pause sein.

Die Koppelung per Bluetooth funktioniert gewohnt problemlos, das Headset verzichtet auf eine Touch-Steuerung. Stattdessen sind neben dem Power-Knopf noch drei weitere Knöpfe vorhanden: zwei zur Lautstärkeregelung und eine Multifunktionstaste. Die Mikrofone sind dezent im Gehäuse integriert und stehen nicht hervor.

Die Ohrschalen sind wie so oft mit Kunstleder überzogen.

Die Ohrschalen sind wie so oft mit Kunstleder überzogen.

Die Mikrofone sind dezent im Gehäuse integriert.

Die Mikrofone sind dezent im Gehäuse integriert.

Doch wie sieht es mit dem Klang der Kopfhörer aus? Bei rund 90 Euro Straßenpreis kann man ja schon einiges erwarten. Laut eigenen Angaben ist das Headset für einen Frequenzbereich von 20 Hz bis 20 kHz spezifiziert und liegt im (altersabhängigen) üblichen Bereich menschlichen akustischen Wahrnehmbarkeit. Zusätzlich soll mittels aktiver Geräuschunterdrückung auch der Umgebungslärm reduziert werden.

Im subjektiven Hörtest hinterlässt das Headset gemischte Gefühle. Auf der einen Seite merkt man gleich beim Aufsetzen eine angenehme Dämpfung der Außengeräusche. Die ANC-Funktion arbeitet sehr gut, so lassen sich gleichbleibende Außengeräusche aktiv mittels destruktiver Interferenz weiter gut reduzieren. Hier ist auch anzumerken, dass die Aktivierung der Funktion den ausgebenen Ton nicht weiter merkbar verändert. Es gibt sogar einen „Quick Attention Mode“ eingebaut, der per Knopfdruck Gespräche von Außen im Kopfhörer abspielt, damit Unterhaltungen besser möglich sind. Ob es höflich wirkt, mit aufgesetzten Kopfhörern ein Gespräch zu führen, ist natürlich eine andere Sache. Zumindest ist damit eine bessere Verständigung gewährleistet.

Dichte Ohrhörer und ANC reduzieren aktiv Umgebungslärm.

Dichte Ohrhörer und ANC reduzieren aktiv Umgebungslärm.

An einer der beiden Seiten befindet sich das Bedienfeld.

An einer der beiden Seiten befindet sich das Bedienfeld.

Razer hat – wie es für Spielerheadsets üblich scheint – den Fokus auf eine besonders kraftvolle Basswiedergabe gesetzt. Freunde einer möglichst neutralen Abmischung haben hier das Nachsehen, auch weil der Bass leicht dumpf wirkt. Verglichen mit dem ebenfalls von uns getesteten Roccat Kahn Pro (Test) ist der Bassbereich aber deutlich definierter. Im direkten Vergleich mit anderen vorliegenden Kopfhörern (einem Superlux HD-681 EVO) wirkt der Klang trotzdem dumpfer. Wer das Headset allerdings für möglichst imposante Schüsse und Explosionen in Actionspielen kauft, könnte hier auf seine Kosten kommen. Das Headset kann also durchaus auch für Ego-Shooter verwendet werden, in denen eine genaue Ortung nötig ist. Auch bei Musik überzeugt der bassbetonte Frequenzgang im direkten Vergleich nicht ganz, außer man bevorzugt übermäßigen dumpfen Bass. Die Höhen sind im Vergleich zu dezent dargestellt. Das Mikrofon selbst ist im Gebrauch nicht negativ aufgefallen.

Auch Bluetooth-5.0-Verbindung hat ihre Vor- und Nachteile. Einerseits ist das Gefühl von Freiheit ein anderes, wenn kein Kabel am Kopf hängt. Bei der Verwendung eines Mobiltelefons als Quelle kann man dieses auch gerne 1-2 Räume entfernt liegen lassen. Andererseits hat der Standard-Bluetooth-Modus eine deutlich hörbare Latenz. Deshalb hat Razer dem Headset auch den Low-Latency-Modus mit maximal 60 ms Verzögerung verpasst. Leider haben wir mit diesem auch auf eine Distanz von unter 1,5 m zum Sender noch Aussetzer gehabt. Razer gibt hier an, dass die Quelle innerhalb von 60 cm zum Headset sein soll, was die Möglichkeiten wieder sehr einschränkt. Hiermit werden hauptsächlich Gamer profitieren, die sehr nahe an ihrem PC sitzen.

Autor: Rafael Schmid
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