ARTIKEL/TESTS / Sapphire NITRO+ RX 6750 XT im Test
Technische Daten

Bei der NITRO+ Radeon RX 6750 XT von Sapphire handelt es sich um eine Grafikkarte auf Basis eines Navi-22-Derivats (Navi 22 XTX). Dieser Grafikchip bietet 40 CUs und damit satte 2.560 FP32-ALUs. Ergänzt werden die technischen Eckdaten von 160 Textureinheiten (TMUs) sowie 64 ROPs. Die GPU selbst arbeitet mit einer Spielefrequenz (oder Gametakt genannt) von satten 2.495 MHz und kann per Boost sogar auf bis zu 2.600 MHz beschleunigen (Referenzwerte). Auch hier hat Entwickler AMD die Eckdaten gegenüber der Navi-22-XT-Version (RX 6700 XT; 2.424 MHz Gametakt und 2.581 MHz Boost-Takt) nach oben angepasst.

Die 12 GB GDDR6-Speicher sind über ein 192 Bit breites Interface an die GPU angebunden. Dazwischen arbeitet ein schneller Infinity Cache mit 96 MB, der als Pufferspeicher dient und unnötige Speicherzugriffe verhindern soll. Dadurch verspricht AMD eine effektiv deutlich höhere Speicherbandbreite, als die rein rechnerisch bestimmten 432 GB/s des 9.000 MHz schnellen VRAMs. Gegenüber der RX 6700 XT ist die Speicherfrequenz ohnehin höher (+1.000 MHz) und sollte vor allem bei steigender Auflösung für Vorteile sorgen. Mehr zur Performance ab Seite 6 des Artikels.

Bei der NITRO+ RX 6750 XT Karte verwendet Sapphire drei Axial-Lüfter mit 1 x 90 und 2 x 100 mm.

Bei der NITRO+ RX 6750 XT Karte verwendet Sapphire drei Axial-Lüfter mit 1 x 90 und 2 x 100 mm.

Die Leistungsaufnahme der Referenzkarte gibt AMD mit 250 Watt (+20 Watt gegenüber der RX 6700 XT) an und spricht hierbei von einer Thermal Board Power, kurz TBP. Sapphire spendiert der NITRO+ 23 zusätzliche Watt und somit eine TBP von 273 Watt. Damit steht weitere Leistung für noch höhere Taktraten bereit. Die Karte wird über zwei 8-Pin-PCIe-Anschlüsse mit Leistung versorgt und hat somit satte 375 Watt zur Verfügung (75 Watt PCIe Slot + 2 x 150 Watt 8-Pin Anschluss). Mehr zur Leistungsaufnahme lesen Sie auf Seite 18 des Artikels.

Die Bauhöhe der NITRO+ beträgt drei Slots und wird daher als Triple-Slot-Kühlung bezeichnet.

Die Bauhöhe der NITRO+ beträgt drei Slots und wird daher als Triple-Slot-Kühlung bezeichnet.

Typisch für die NITRO+ Ausführungen von Sapphire ist ein Dual-BIOS mit entsprechender Umschaltfunktion. Über einen BIOS-Schalter an der Grafikkarte kann der Nutzer zwischen verschiedenen UEFI-Versionen wählen und die Karte in grundlegend unterschiedlichen Modi betreiben. Ab Werk befindet sich die NITRO+-Karte im Performance Mode, was in 2.554 MHz Gametakt (+59 MHz bzw. 2,4 Prozent) und 2.623 MHz Boosttakt (+23 MHz bzw. 0,9 Prozent) resultiert. Alternativ gibt es noch einen Silent Mode, der den Schwerpunkt auf einen flüsterleisen Betrieb legt. Bei diesem Modus werden Zieltakte verringert und Zieltemperaturen erhöht, um einen potenziell ruhigeren Betrieb zu ermöglichen. Die dritte Stellung des BIOS-Schalters erlaubt die Einstellung per TriXX-Software, über die auch ein weiterer Modus namens TOXIC BOOST möglich ist. Der Speichertakt der 12 GB GDDR6 bleibt unverändert und beträgt 9.000 MHz.

Per BIOS-Schalter kann man zwischen verschiedenen Betriebsmodi der Karte wählen.

Per BIOS-Schalter kann man zwischen verschiedenen Betriebsmodi der Karte wählen.

Sapphire sieht zwei 8-Pin-Anschlüsse für die Stromversorgung des Boliden vor.

Sapphire sieht zwei 8-Pin-Anschlüsse für die Stromversorgung des Boliden vor.

Für die Kühlung der wesentlichen Komponenten der NITRO+ zeichnet sich ein von Sapphire getaufter Tri-X-Kühler verantwortlich. Die GPU wird von einem massiven Kupferblock umgeben, dessen aufgenommene Wärme über fünf 60-mm-Heatpipes an den großflächlichen Kühlkörper abgegeben wird. Zwei separate Kühlflächen, die nicht unmittelbar an die Heatpipes der GPU angebunden sind, sorgen für den Wärmeabtransport von den Spannungswandlern (VRMs). Auch die VRAM-Packages werden durch großzügige Kühlflächen kontaktiert. Bei den verbauten Lüftern (Fan Quick Connect) handelt es sich um insgesamt drei axiale Ausführungen, zwei Mal mit 100 mm Größe und ein Mal mit 90 mm (Mitte). Im 2D-Betrieb sorgt die Lüftersteuerung für einen Stillstand der Lüfter. Die Bauhöhe gibt der Hersteller mit drei Slots an.

Die NITRO+ wird außerdem durch verschiedene RGB-Elemente, wie ein seitlicher Sapphire-Schriftzug oder an den Kanten des PCBs, beleuchtet. Über die Software TriXX (Download) besteht Zugriff auf eine Fülle von LED-Farben in Verbindung mit einer Auswahl an RGB-Beleuchtungsmodi, darunter der „Fan Speed Mode“, der „PCB Temperature Mode“ und der farbenfrohe „Rainbow-Modus“. Der 3-Pin-Header am Ende der Grafikkarte ermöglicht die externe Synchronisation der RGB-LEDs zwischen der Grafikkarte und dem Mainboard des Systems.

Die NITRO+ Grafikkarte kommt mit drei DisplayPort-Anschlüssen und einem HDMI-Port.

Die NITRO+ Grafikkarte kommt mit drei DisplayPort-Anschlüssen und einem HDMI-Port.

Hinsichtlich der Anschlussmöglichkeiten für Monitore bietet die Radeon-Grafikkarte 1 x HDMI 2.1 und 3 x DisplayPort 1.4a. Die erhöhte Bandbreite von HDMI 2.1 ermöglicht erstmals eine einzige Kabelverbindung zu 8K-HDR-Fernsehern für Spiele mit ultrahoher Auflösung. Unterstützung für AV1-Decodierung und weitere Videocodecs gehört ebenso mit zum Featureset.

Folgend die technischen Eckdaten im Vergleich mit weiteren Modellen der aktuellen Radeon-RX-6000-Familie.

Hersteller AMD
Produktbezeichnung Radeon RX 6800 Radeon RX 6750 XT Radeon RX 6700 XT
Logo
Architektur RDNA 2
Grafikchip Navi 21 XL Navi 22 XTX Navi 22 XT
Fertigung 7 nm
Transistoren ca. 26,8 Mrd. ca. 17,2 Mrd.
Compute Units 60 40
FP32-ALUs 3.840 2.560
Raytracing-Hardware
Gametakt 1.815 MHz 2.495 MHz 2.424 MHz
Boosttakt 2.105 MHz 2.600 MHz 2.581 MHz
FP32-Rechenleistung 16.166 GFLOPS 13.312 GFLOPS 13.215 GFLOPS
FP16-Rechenleistung 32.333 GFLOPS 26.624 GFLOPS 26.430 GFLOPS
ROPs 96 64
TMUs 240 160
Speichertakt 8.000 MHz 9.000 MHz 8.000 MHz
Speicherinterface 256 Bit 192 Bit
Speicherbandbreite 512.000 MB/s 432.000 MB/s 384.000 MB/s
Speichermenge 16 GB GDDR6 12 GB GDDR6
Infinity Cache 128 MB 96 MB
Interface PCIe 4.0
Leistungsaufnahme 250 Watt 230 Watt
Auf der Rückseite der Karte befindet sich eine großflächige Backplate in weißer Lackierung.

Auf der Rückseite der Karte befindet sich eine großflächige Backplate in weißer Lackierung.

Autor: Patrick von Brunn, Stefan Boller
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