Heimlich, still und leise - so könnte man die Einführung von Nvidias GeForce 9-Serie bezeichnen, denn schließlich tauchte der G92-Chip bereits Ende letzten Jahres auf der GeForce 8800 GT auf. Dort sorgte der überarbeitete G80-Rechenkern zunächst für Erstaunen, denn das 65 nm-Modell bot für den damaligen Zeitpunkt gewaltige Grafikleistung zu einem überaus moderaten Preis. Während die Modelle 8800 GTX und GTS, die beide zu diesem Zeitpunkt mit dem G80-Chip ausgeliefert wurden, preislich noch deutlich über der 300 bzw. 400-Euro Schallmauer lagen, war die 8800 GT für vergleichsweise günstige 250 Euro zu haben. Es wurde allerdings bereits zu Beginn spekuliert, dass der G92 sein Potenzial noch lange nicht ausgeschöpft hatte. Derartige Augurenrufe sollten sich denn auch bewahrheiten, denn der G92 wurde sehr bald der GeForce 8800 GTS spendiert, die dann als Refresh, allerdings mit einem kleineren Interface und weniger Speicher, auf dem Markt kam und dort reißenden Absatz fand.
Bis zur endgültigen Einführung der GeForce 9-Serie sollten allerdings noch ein paar Wochen vergehen, und als es soweit war, geschah dies mehr oder weniger unspektakulär im Februar diesen Jahres mit der Vorstellung der Mittelklasse-Karte GeForce 9600 GT. Auf dieser Karte werkelte bereits der G94-Chip. Ungewöhnlich daran war, dass Nvidia normalerweise immer erst das High-End-Modell einer neuen Serie vorstellt. Somit konnte also spekuliert werden, wie das GeForce 9 High-End-Modell aussehen soll. Als es dann kam, handelte es sich um zwei zusammengespannte G92-Chips, die fortan auf der 9800 GX2 ihren Dienst taten.
Nun hat Nvidia auch im erschwinglicheren Single GPU-Bereich nachgelegt und vor wenigen Wochen die 9800 GTX vorgestellt, die das frühere Topmodell 8800 GTX ablösen soll. Wenig überraschend ist, dass es sich ebenfalls um den G92-Chip handelt, der in diesem Fall allerdings mit höheren Taktraten für Chip und Speicher bei ansonsten gleichen Spezifikationen daherkommt. Ob Nvidia auf diese Art das Maximum aus dem G92 herausgekitzelt hat und dieser somit in der Lage ist, die 8800 GTX in Rente zu schicken, soll unser Test klären.
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