Microsoft bastelt an einer Alternative zum File-Sharing-Programm BitTorrent. In den Forschungslabors im britischen Cambridge entwickelt der Konzern eine Software mit dem Codenamen Avalanche, berichtet die BBC. Mit Avalanche will Microsoft künftig Software und Sicherheitspatches, aber auch andere größere Datenmengen, ohne Bandbreitenprobleme online verteilen.
"Avalanche bietet eine kosteneffektive, Internet-skalierbare und sehr schnelle Lösung zur Datendistribution", zitiert die BBC die Microsoft-Entwickler. Avalanche zerlegt demnach ähnlich wie BitTorrent die Datei in mehrere Teile, die dann wieder zusammengesetzt werden. Im Gegensatz zu BitTorrent soll aber das Microsoft-Programm nicht von so genannten "Trackers" abhängig sein. Trackers sind Websites, die Daten anbieten, die dann zusammengesetzt werden.
Avalanche soll auch Bandbreitenprobleme vermeiden, weil jedes Teilstück "die DNA aller anderen Teile in sich trägt". Dadurch ist es möglich, die Gesamtdatei herzustellen auch wenn Teile fehlen, sobald genügend Teildateien verfügbar sind. Microsoft testet die Software zurzeit.
Die P2P-Gruppe Downhill Battle hat Ende 2004 den Windows XP Service Pack 2 über das File-Sharing-System BitTorrent angeboten, weil die Download-Server überlastet waren. Mit dem Schritt wollte die Gruppe die legitime Rolle und die Möglichkeiten von P2P-Systemen bei der Online-Distribution von kommerzieller Software demonstrieren. Offenbar hat die Aktion Microsoft von der Effizienz von File-Sharing und P2P überzeugt.
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