NEWS / Smartphones im Nicht-EU-Ausland nutzen
Nutzungstipps für Urlaubs- und Geschäftsreisende
20.07. 10:00 Uhr    0 Kommentare

Seitdem die Roaming-Gebühren innerhalb der EU abgeschafft wurden, gibt es beim Grenzübertritt innerhalb der Union kaum noch etwas zu beachten. Seit dem 1. Juli 2022 gelten sogar nicht nur gleiche Preise, sondern auch gleiche Bedingungen wie zuhause- das Prinzip nennt sich „Roam like at home“.

Gänzlich anders sieht es jedoch aus, wenn Reisende die EU-Außengrenze überschreiten. Hier, wo nach wie vor jedes Land seine eigenen Gegebenheiten kennt, gibt es ziemlich viel bei der Nutzung des Smartphones zu beachten – nicht nur in Sachen Kosten. Universell gültige Tipps haben wir auf den folgenden Zeilen zusammengestellt.

Smartphones im Nicht-EU-Ausland: Nutzungstipps für Urlaubs- und Geschäftsreisende.

Smartphones im Nicht-EU-Ausland: Nutzungstipps für Urlaubs- und Geschäftsreisende. (Bildquelle: Pexels)

Vor Reiseantritt mit dem Provider sprechen

Roaming innerhalb der EU ist bei europäischen Handyverträgen praktisch nie ein Problem. Mitunter können jedoch Provider durchaus im Default-Zustand die darüberhinausgehende Auslandsnutzung ausgeschaltet haben. Schon deshalb, und um die allgemeinen Kosten und sonstigen Bedingungen zu erfragen, sollte deshalb mit genügend Vorlaufzeit vor Reiseantritt der Provider kontaktiert werden. Dabei sollten dann alle relevanten Details abgeklärt werden, vor allem:

  • Kann der Vertrag so ohne weitere Freischaltung im Zielland genutzt werden?
  • Welche Kosten entstehen dabei für Anrufe, SMS und Daten?
  • Gibt es irgendwelche anderen Limitierungen, die beachtet werden müssen?

Nur das verhindert äußerst unschöne Situationen nach dem Aussteigen aus dem Flugzeug – etwa Meldungen, wonach die SIM nicht für die Nutzung in diesem Land freigeschaltet sei.

Die örtlichen Mobilfunkfrequenzen vorher prüfen

Die Konnektivität seitens des Providers kann ein Hindernis im Ausland sein. Ein anderes kann das Smartphone selbst sein. Denn die Frequenzen der unterschiedlichen Mobilfunkbänder unterscheiden sich weltweit beträchtlich. Allein bei 4G/LTE existieren über 20 unterschiedliche Frequenzbereiche. Längst nicht jedes Smartphone kann auf allen gleichermaßen agieren. Mitunter entstehen deshalb Situationen, in denen das auf Europa zugeschnittene Gerät im Ausland nur sehr wenige der vorhandenen Frequenzen nutzen kann – entsprechend groß ist das Risiko für Funklöcher. Hierbei gilt eine grobe Regel:

Je weniger ein Smartphone der Oberklasse zuzurechnen ist, desto weniger Frequenzen unterstützt es meistens.

Vor der Reise sollte daher unbedingt in den technischen Unterlagen des Handys überprüft werden, welche Frequenzen es unterstützt. Diese Daten werden anschließend a) mit den Frequenzen im Zielland verglichen und b) wird überprüft, welcher Anbieter beim Roaming genutzt werden würde. Und ja, das kann mitunter ernüchternd sein und das Aus für die Nutzung des eigenen Handys bedeuten. Doch selbst, wenn die Frequenzbänder sich decken, ist das kein genereller Freifahrtschein.

Wichtig: Gegebenenfalls sollte die Netzauswahl im Ausland manuell erfolgen, nicht automatisiert, wie bei den meisten Smartphones standardmäßig eingestellt. Das ist insbesondere dann der Fall, wenn der eigene Provider nur mit bestimmten ausländischen Gegenparts zusammenarbeitet und nur bei diesen günstige(re) Roaming-Konditionen offeriert.

Installierten Apps konsequent Rechte entziehen

Selbst dort, wo Roaming grundsätzlich durch den Provider und das eigene Handy möglich ist, ist die Nutzung doch ausnahmslos deutlich teurer als alles, was man in Deutschland und der EU gewohnt ist.

Hier ist das Smartphone, und vor allem seine Apps, eine deutlich größere Herausforderung als die frühere Generation von Feature Phones – und war schon oft genug für erschreckend hohe Rechnungen nach der Rückkehr verantwortlich. Denn sehr viele Apps nutzen dauerhaft Datenvolumen im Hintergrund; selbst, wenn sie aktuell nicht aktiv genutzt werden. Das kann zwei Probleme heraufbeschwören:

  1. Sofern das Datenvolumen im Nicht-EU-Ausland limitiert ist, kann es rasch, unbemerkt und unkontrollierbar geleert werden.
  2. Generell können auf diese Weise hohe Nutzungsgebühren entstehen.

Die sicherste, vor allem aber einfachste, Methode wäre es, mobile Daten generell abzuschalten, sobald man sich in den Flieger begibt. Dann kann alles nur noch über WLAN laufen. Das jedoch ist vielfach schlicht nicht praxistauglich.Bevor es losgeht, sollte deshalb folgendes getan werden:

  1. Die Datennutzung aller Apps anzeigen lassen (so geht’s bei Android) (so geht’s bei iOS),
  2. darauf basierend in den Einstellungen der Apps die Nutzung von Hintergrund- und ähnlichen Daten untersagen.

Das gilt insbesondere für alle Programme, die nichts mit Kommunikation zu tun haben und daher tatsächlich keine andauernde Verbindung benötigen.

Wichtig: Bei verschiedenen Tätigkeiten sollte unbedingt die lokale Gesetzeslage beachtet werden. Das gilt ganz speziell für Sportwetten und Glücksspiel. Zwar ist es innerhalb Europas legal, wenn man auf die dort operierenden großen Anbieter zugreift. In anderen Staaten kann jedoch dieselbe Handlung illegal sein, selbst wenn dann ein „ausländischer“ Anbieter genutzt wird.

Mitunter wird der Zugang durch die lokalen Mobilfunknetz- und WLAN-Betreiber durch Blacklists gänzlich untersagt. Ebenso ist es jedoch möglich, unbewusst gegen Gesetze zu verstoßen.

Vorsicht, was den Datenschutz anbelangt

Als Europäer sind wir das Vorhandensein sehr umfangreicher und starker Datenschutzstandards gewohnt. Doch erneut gilt, andere Länder, teils völlig andere Sitten. Das betrifft nicht zuletzt das Handy.

Bestes Beispiel: Cookies. In Europa sind wir es gewöhnt, beim (erstmaligen) Besuch einer jeden Seite Cookies akzeptieren oder deren Nutzung ablehnen zu müssen. In vielen anderen Staaten außerhalb der Union existieren derartige Bestimmungen jedoch nicht oder nur stark eingeschränkt.

Heißt, obwohl man sich als Europäer mit einem europäischen Gerät dort aufhält, unterliegt man den lokalen Gesetzen – oder deren Abwesenheit. Grundsätzlich bedeutet das häufig weniger Datenschutz-Transparenz. Wie man darüber hinaus verfahren möchte, hängt von der eigenen Präferenz ab. Sicherlich ist es jedoch nicht die schlechteste Idee,

  1. statt Apps Anwendungen lieber über den Browser zu nutzen, weil dieser stärkere Datenschutzeinstellungen ohne Hintertüren gestattet und
  2. Cookies und ähnliche Elemente in regelmäßigen, kurzfristigen Abständen zu löschen.

Die meisten Dienstleister neigen dazu, die bestehenden Gesetze vollumfänglich auszuschöpfen. Wer das im Ausland nicht riskieren möchte, muss sich selbst um mehr Datenschutz bemühen. Das bedeutet nicht zuletzt:

Allerhöchste Wachsamkeit bei öffentlichen WLAN-Hotspots

In vielen Nationen ist selbst außerhalb der Ballungszentren das nächste frei zugängliche WLAN niemals weit entfernt. Und gerade für von hohen Roaming-Gebühren betroffene Ausländer auf Reisen ist das natürlich eine sehr charmante Lösung, um sämtliche datenintensiven Dienste ohne Zusatzkosten nutzen zu können.

Doch so sehr diese Lösung in der Tat empfehlenswert ist, um sich vor überraschenden Handyrechnungen zu schützen, so sehr sollte dabei jedoch immer die Natur solcher WLANs beachtet werden:

  • Oftmals ist keine Form von Login nötig. Und in Hotels und ähnlichen Orten ist das Passwort bei ehrlicher Betrachtung keines, weil zigtausende Gäste es bereits erhalten haben – im Zweifelsfall jeder, der aktuell dort verweilt.
  • Es ist selbst für nur mittelmäßig versierte Angreifer relativ einfach möglich, eine sogenannte Man-in-the-Middle-Attacke durchzuführen. Das heißt also, die im selben Netz übertragenen Daten abzugreifen, auszulesen und zu manipulieren.

Zwischen den Wartebänken am Gate des Flughafens, Restaurants im Zielland und dem hoteleigenen WLAN sollte deshalb eine eiserne Sicherheitsregel gelten:

In öffentlichen WLAN-Netzen sollte absolut nichts von größerer Brisanz übertragen werden. Im Default-Modus sollte jedes öffentliche WLAN als komplett unsicher betrachtet werden.

Ganz primär gilt das für alles, was mit dem Thema Finanzen zu tun hat. Egal, ob es der Zugriff auf das eigene (mit dem Bankkonto oder der Kreditkarte verknüpfte) Amazon-Konto ist, ob PayPal oder die direkte Übertragung von Kreditkartendaten: Derartige Dinge sollten ausschließlich über das deutlich sicherere Mobilfunknetz abgewickelt werden, niemals über WLAN. Falls die Nutzung unvermeidlich ist, sollte diese nur über den Browser und ausschließlich über https- oder VPN-Verbindungen geschehen. Ersteren sollte jedoch trotzdem Misstrauen entgegengebracht werden – Angreifer können verschlüsselte Verbindungen vortäuschen.

Insbesondere, wer mit dem Roaming Schwierigkeiten oder sein Datenvolumen verbraucht hat, sollte deshalb über eine Alternative nachdenken:

Im Zweifelsfall: Lokale Prepaid-SIM

Was Reisen in die Länder jenseits der EU anbelangt, so haben es Besitzer von Smartphones mit zwei SIM-Slots definitiv besser und einfacher als alle anderen Personen. Denn letzten Endes ist es, zumindest für die dortige inländische Telefonie und generell die Datennutzung, die in den meisten Fällen günstigste Möglichkeit, einfach eine lokale Prepaid-SIM zu kaufen. Hier kommt überdies hinzu, dass mobile Daten pro Gigabyte in vielen Ländern deutlich günstiger sind als in Deutschland. Tatsächlich ist das deshalb eine Empfehlung für alle Smartphone-Nutzer: Solange es keinen Grund gibt, im Nicht-EU-Ausland über seine reguläre Telefonnummer dauerhaft erreichbar zu sein, ist es de facto das Beste, sie einfach gegen eine lokale SIM zu ersetzen beziehungsweise eine solche im zweiten Slot zu ergänzen.

Was allerdings den Kauf von einer solchen SIM im Bundle mit einem örtlichen Smartphone anbelangt, handelt es sich oft um ein zweischneidiges Schwert. Gerade die günstigen Modelle sind, wie erwähnt, oftmals in Sachen Frequenzen deutlich limitiert. Die Wahrscheinlichkeit ist deshalb hoch, nach der Heimkehr ein in den hiesigen Frequenzen kaum nutzbares Reisemitbringsel zu besitzen.

Tipp: In vielen Ländern gibt es Prepaid-SIMs ohne Datenlimit, die stattdessen ohne weitere Aufladung nach wenigen Wochen verfallen. Diese Lösung ist besonders charmant für Reisende.

Quelle: Hardware-Mag, Autor: Patrick von Brunn
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